50 Lean-Begriffe. Schweizer Praxis-Kontext.
Lean Glossar mit Definitionen aus operativer Praxis — nicht aus Lehrbüchern. Jeder Eintrag mit Schweizer Anwendungs-Kontext, verlinkt zu den Lean Competence Service- und Branchenseiten. Erstellt vom Praktiker-Netzwerk.
A
A3-Problemlösung
A3-Problemlösung ist ein strukturiertes Ein-Seiten-Format für PDCA-basierte Problemlösung — Toyota-Standard, der Hypothesen, Fakten und Massnahmen sichtbar macht und Coaching ermöglicht.
Definition lesen → METHODENAndon
Andon ist das Signal- und Eskalationssystem für Abweichungen — Lichter, Töne oder Bildschirme machen Stillstände, Bedarf und Probleme sofort sichtbar und lösen definierte Reaktion aus.
Definition lesen →D
Daily Management
Daily Management ist das getaktete Huddle-System mit Tier-Logik — täglich, sichtbar, eskaliert. Im deutschsprachigen Raum oft synonym mit Shopfloor Management verwendet.
Definition lesen → PROBLEMLÖSUNGDMAIC
DMAIC ist der fünfphasige Verbesserungs-Zyklus von Six Sigma — Define, Measure, Analyse, Improve, Control. Datengetrieben und disziplinierter als PDCA, mit höherem Overhead.
Definition lesen → PERFORMANCE & ZEITDurchlaufzeit
Durchlaufzeit ist die Gesamtzeit vom Auftragseingang bis zur Auslieferung — der wichtigste Hebel für Cashflow, Lieferfähigkeit und Kundenzufriedenheit. Nicht zu verwechseln mit Zykluszeit.
Definition lesen →G
Gemba
Gemba (現場) ist der Ort, an dem die Wertschöpfung tatsächlich passiert — die Werkstatt, das OP, der Empfang, die Baustelle. Lean entscheidet sich am Gemba, nicht im Sitzungszimmer.
Definition lesen → METHODENGemba Walk
Der Gemba Walk ist die Standardarbeit für Führungskräfte: ein regelmässiger, strukturierter Rundgang am Ort der Wertschöpfung mit klarem Beobachtungs- und Coaching-Auftrag.
Definition lesen → BRANCHEGMP
GMP ist der regulatorische Standard für die Arzneimittel- und Wirkstoffherstellung — das Rahmenwerk, das Lean-Praktiker in Pharma kennen müssen, bevor sie irgendetwas anfassen.
Definition lesen →H
Heijunka
Heijunka ist die Glättung der Produktion nach Volumen und Mix — der Trick, mit dem Toyota Variation in der Nachfrage in einen ruhigen, planbaren Wertstrom übersetzt.
Definition lesen → METHODENHoshin Kanri
Hoshin Kanri ist der jährliche Strategie-Deployment-Prozess der Lean-Welt — Top-Ziele werden via Catchball und X-Matrix in konkrete Aktionen auf jeder Ebene übersetzt.
Definition lesen →I
Ishikawa-Diagramm
Das Ishikawa- oder Fishbone-Diagramm strukturiert Ursachen eines Problems entlang von sechs M-Kategorien — visueller Werkzeug für Team-Ursachenanalysen, wenn es mehrere Ursachenfelder gibt.
Definition lesen → BRANCHEISO 13485
ISO 13485 ist die Qualitätsmanagement-Norm für Medizinprodukte — das Pflicht-Rahmenwerk, in dem Lean in MedTech-Werken stattfindet, ohne CE-Konformität zu gefährden.
Definition lesen →K
Kaizen
Kaizen ist die japanische Philosophie kleiner täglicher Verbesserungen durch alle Mitarbeitenden — das Fundament jeder funktionierenden Lean-Kultur, nicht ein Event.
Definition lesen → METHODENKaizen-Event
Ein Kaizen-Event ist ein 3- bis 5-tägiger fokussierter Verbesserungs-Sprint mit definiertem Scope, festem Team und messbarem Ergebnis am Freitagnachmittag.
Definition lesen → METHODENKanban
Kanban ist ein visuelles Signalsystem für Pull-Produktion — Karten oder Behälter steuern Nachschub und Reihenfolge, sodass nur produziert wird, was der nächste Prozess tatsächlich braucht.
Definition lesen →L
Last Planner System
Das Last Planner System ist die Lean-Construction-Methode für zuverlässige Bauplanung — Termine entstehen aus Zusagen derer, die die Arbeit ausführen, nicht aus zentralen Plänen.
Definition lesen → PERFORMANCE & ZEITLead Time
Lead Time ist die Zeit, die der Kunde von der Bestellung bis zur Lieferung wahrnimmt — der ehrlichste operative Kennwert, weil er alle Übergaben, Wartezeiten und Engpässe einschliesst.
Definition lesen → METHODENLeader Standard Work
Leader Standard Work ist die Standardarbeit für Führungskräfte — täglicher Gemba, Board-Reviews und Coaching werden zur verbindlichen Wochen-Routine, nicht zur freiwilligen Zusatzaufgabe.
Definition lesen → GRUNDLAGENLean Management
Lean Management ist ein Führungssystem, das Wertschöpfung maximiert und Verschwendung reduziert — durch tägliche Verbesserung, sichtbare Probleme und Führung an der Linie statt im Sitzungszimmer.
Definition lesen → GRUNDLAGENLean Production
Lean Production ist die produktionsbezogene Ausprägung von Lean — schlanke Fertigung mit Fluss, Pull und Stabilität, geprägt durch Toyota und auf Schweizer Werke übersetzbar.
Definition lesen → GRUNDLAGENLean Thinking
Lean Thinking ist die Denkweise hinter Lean — fünf Prinzipien von Wert bis Perfektion, die zeigen, wie man Wertschöpfung sieht statt nur Aktivität.
Definition lesen → GRUNDLAGENLean Transformation
Lean Transformation ist die mehrjährige Reise vom Werkzeugkasten zum Führungssystem — kein Projekt, sondern eine Veränderung der Art, wie die Organisation arbeitet.
Definition lesen →M
Makigami
Makigami ist die zeitbasierte Prozessanalyse für Büro- und Verwaltungsarbeit — eine Wandkarte, die Wartezeiten sichtbar macht, wo klassische Wertstromanalyse versagt.
Definition lesen → VERSCHWENDUNG & FLUSSMuda Mura Muri
Muda, Mura und Muri sind die drei Formen der Verschwendung im Lean — und der schärfste Diagnose-Rahmen, den eine Schweizer Werkleitung auf der Linie einsetzen kann.
Definition lesen →O
Obeya
Obeya ist ein cross-funktionaler „Grossraum", in dem ein Projekt- oder Transformations-Team alle relevanten Kennzahlen, Status und Entscheidungen physisch sichtbar zusammenführt.
Definition lesen → PERFORMANCE & ZEITOEE
OEE (Overall Equipment Effectiveness) misst die Gesamtanlageneffektivität als Produkt aus Verfügbarkeit × Leistung × Qualität — die zentrale Kennzahl für Anlagen-Performance in der Produktion.
Definition lesen → GRUNDLAGENOperational Excellence
Operational Excellence verbindet Lean-Methodik mit strategischer Steuerung — operative Spitzenleistung wird zum Wettbewerbsvorteil, der jeden Tag im Werk sichtbar ist.
Definition lesen →P
PDCA
PDCA (Plan-Do-Check-Act) ist der Lern-Zyklus hinter jeder Verbesserung — strukturiertes Experimentieren, mit Hypothese, Test und gesicherter Standardisierung. Das Herz von Lean.
Definition lesen → METHODENPoka-Yoke
Poka-Yoke ist die Fehlervermeidung durch Design — Prozesse oder Werkzeuge werden so gestaltet, dass ein Fehler entweder gar nicht erst möglich ist oder sofort sichtbar wird.
Definition lesen → PERFORMANCE & ZEITProcess Cycle Efficiency
Process Cycle Efficiency setzt wertschöpfende Zeit ins Verhältnis zur gesamten Durchlaufzeit — und macht damit sichtbar, wie wenig der Prozessdauer tatsächlich Wert für den Kunden schafft.
Definition lesen → VERSCHWENDUNG & FLUSSPull System
Ein Pull-System produziert nur, was der nachgelagerte Schritt anfordert — Kanban, Supermärkte und FIFO machen die Steuerung sichtbar und stoppen Überproduktion.
Definition lesen →S
Shopfloor Management
Shopfloor Management ist das tägliche Führungssystem an der Linie — sichtbare KPI-Boards, getaktete Stand-ups, klare Eskalationslogik. Lean steht und fällt damit.
Definition lesen → PROBLEMLÖSUNGSix Sigma
Six Sigma ist eine statistische Methodik zur Defekt-Reduktion auf 3,4 Fehler pro Million Möglichkeiten — mit DMAIC, Belt-Hierarchie und datengetriebener Disziplin. Komplementär zu Lean.
Definition lesen → METHODENSMED
SMED (Single Minute Exchange of Die) ist eine Methode zur Reduktion von Rüstzeiten auf unter zehn Minuten — durch Trennung interner und externer Tätigkeiten und systematische Parallelisierung.
Definition lesen → METHODENStandardarbeit
Standardarbeit ist die dokumentierte, aktuell beste bekannte Arbeitsweise — Basis jeder Verbesserung, weil sich nur stabilisieren und verbessern lässt, was vorher klar definiert ist.
Definition lesen →T
Taktzeit
Taktzeit ist die Pace, in der ein Produkt fertig werden muss, um die Kundennachfrage zu decken — verfügbare Arbeitszeit geteilt durch Kundenbedarf. Das Herz jedes Fluss-Systems.
Definition lesen → GRUNDLAGENToyota Production System
Das Toyota Production System ist der Ursprung von Lean — zwei Säulen aus Just-in-Time und Jidoka, die seit den 1950ern die Industrie weltweit prägen.
Definition lesen → METHODENTPM
TPM (Total Productive Maintenance) ist ein Anlagen-Management-System, das auf acht Säulen aufbaut und Operatoren in die Instandhaltung integriert — mit OEE als Leitkennzahl.
Definition lesen →V
Value Stream
Der Value Stream ist der End-to-End-Fluss von Material und Information für eine Produktfamilie — Lean-Optimierung ohne diese Sicht endet als Abteilungs-Folklore.
Definition lesen → METHODENVisual Management
Visual Management macht den aktuellen Zustand und Abweichungen vom Soll auf einen Blick sichtbar — damit jeder vor Ort eingreifen kann, ohne zuerst in Systeme einloggen zu müssen.
Definition lesen →W
Wertschöpfung
Wertschöpfung ist alles, wofür der Kunde bezahlt — der harte Massstab, der zwischen sinnvoller Arbeit und Verschwendung unterscheidet und jede Lean-Diskussion erdet.
Definition lesen → METHODENWertstromanalyse
Die Wertstromanalyse visualisiert Material- und Informationsfluss eines Produkts vom Lieferanten bis zum Kunden — und zeigt in 5 Tagen, wo der Hebel wirklich liegt.
Definition lesen → VERSCHWENDUNG & FLUSSWork in Progress
Work in Progress ist das Material und die Aufträge zwischen Anfang und Ende des Wertstroms — die unsichtbare Bestandsmasse, die Durchlaufzeit, Qualität und Kapitalbindung direkt bestimmt.
Definition lesen →0–9
5 Why
5 Why ist eine Fragetechnik zur Ursachenanalyse — fünfmal "Warum?" fragen, um vom Symptom zur Wurzelursache zu kommen. Schnell, einfach, mit klaren Grenzen.
Definition lesen → METHODEN5S
5S ist die fünfschrittige Workplace-Organization-Methode — Sortieren, Systematisieren, Säubern, Standardisieren, Selbstdisziplin. Einstiegswerkzeug für jede Lean-Reise.
Definition lesen →Begriff verstanden — jetzt anwenden?
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