Wertstromanalyse und Makigami machen Prozesse sichtbar. Der Unterschied liegt im Schwerpunkt. Wertstromanalyse ist stark, wenn Material und Information durch Produktion oder Logistik fliessen. Makigami ist stark, wenn Information, Rollen, Entscheidungen und Systeme den Prozess bestimmen.
Wertstromanalyse
Eine Wertstromanalyse zeigt Kundenbedarf, Prozessschritte, Bestände, Informationsfluss, Durchlaufzeit und Wertschöpfungszeit. Sie eignet sich für Produktion, Montage, Logistik und auch einige Serviceprozesse mit klarer Falllogik.
Der Output ist ein Ist-Wertstrom, ein Soll-Wertstrom und eine Umsetzungsroadmap.
Makigami
Makigami zeigt detaillierter, welche Rolle welche Information bearbeitet, prüft oder weitergibt. Es macht Schleifen, Rückfragen, Medienbrüche, Systemwechsel und Wartezeiten sichtbar. Es eignet sich für Verwaltung, Shared Services, Spitaladministration, Engineering, Qualität, Beschaffung und Bewilligungsverfahren.
Entscheidungshilfe
Nutzen Sie Wertstromanalyse, wenn:
- Materialfluss relevant ist
- Bestände und Durchlaufzeiten sichtbar sind
- Produktion oder Logistik im Zentrum stehen
- ein Soll-Fluss entworfen werden soll
Nutzen Sie Makigami, wenn:
- E-Mails, Dossiers, Freigaben oder Informationen fliessen
- mehrere Fachstellen beteiligt sind
- Rückfragen und Medienbrüche dominieren
- Digitalisierung vorbereitet werden soll
Kombinieren?
Ja. In regulierten Betrieben oder Spitälern kann ein Gesamtwertstrom mit Makigami-Details für kritische Informationsprozesse kombiniert werden. Wichtig ist, die Methode nicht dogmatisch zu wählen.
FAQ
Ist Makigami nur für Büros?
Nein. Auch Qualität, Engineering, Labor, Freigabeprozesse und Spitalprozesse profitieren.
Ist Wertstromanalyse veraltet?
Nein. Für Material- und Produktionsfluss bleibt VSM eine der stärksten Lean-Methoden.
Wer sollte moderieren?
Jemand mit Prozess- und Branchenverständnis, nicht nur mit Methodenkenntnis.