Lean und Six Sigma werden oft zusammen genannt, lösen aber unterschiedliche Probleme. Lean fokussiert auf Flow, Verschwendung, Standardarbeit und tägliche Verbesserung. Six Sigma fokussiert auf Variation, Fehlerursachen und statistisch abgesicherte Prozessverbesserung. Gute Operational Excellence nutzt beide, aber nicht jedes Problem braucht beide.
Wann Lean passt
Lean passt, wenn Arbeit stockt: lange Durchlaufzeiten, Wartezeiten, Bestände, Übergaben, Suchzeiten, unklare Prioritäten, instabile Tagessteuerung, hohe Rüstzeiten oder schlechte Lieferperformance. Methoden wie Wertstromanalyse, Shopfloor Management, SMED, Kanban, A3 und Standardarbeit helfen, Fluss und Führung zu verbessern.
Wann Six Sigma passt
Six Sigma passt, wenn Variation und Defekte im Zentrum stehen: Prozessparameter schwanken, Fehlerraten sind hoch, Ursachen sind statistisch nicht offensichtlich, oder Qualitätskosten entstehen durch instabile Prozessfähigkeit. DMAIC bringt Struktur: Define, Measure, Analyze, Improve, Control.
Häufiger Fehler
Organisationen wählen die Methode nach Zertifikat statt nach Problem. Ein Lieferperformance-Problem wird mit einer statistischen Analyse überladen, obwohl Materialfluss und Priorisierung fehlen. Oder ein Qualitätsproblem wird mit 5S und Daily Boards bearbeitet, obwohl Prozessvariation gemessen werden müsste.
Praktische Entscheidung
Fragen Sie zuerst:
- Ist das Problem primär Flow oder Variation?
- Gibt es genügend Daten?
- Ist der Prozess stabil genug, um statistisch analysiert zu werden?
- Müssen Teams täglich besser steuern?
- Ist das Problem lokal oder wertstromübergreifend?
Lean Six Sigma
Lean Six Sigma kann stark sein, wenn es pragmatisch eingesetzt wird. Es wird schwach, wenn Zertifizierung wichtiger wird als Ergebnis. In Schweizer Operations zählt nicht der Gürtelgrad, sondern ob jemand das Problem mit Teams sauber löst.
FAQ
Ist Six Sigma moderner als Lean?
Nein. Es ist anders. Beide Methodenfamilien haben ihren Platz.
Brauchen wir Black Belts?
Für datenintensive Qualitätsprobleme können sie sehr wertvoll sein. Für tägliche Flussprobleme reicht oft ein erfahrener Lean-Praktiker.
Was ist der beste Start?
Ein Operations Assessment, das Problemtyp und Hebel klärt, bevor ein Methodenset gewählt wird.